Sergey Bratkov / Menschen im Bunker / 27.10. - 28.11.2004

Mit seiner Schau “Menschen im Bunker” wird der russische Künstler Sergey Bratkov einen zugleich umfassenden und detaillierten Einblick in sein breit angelegtes Werk bieten. Wie der Titel der Ausstellung bereits nahe legt, reagiert Bratkov dabei spezifisch auf die besonderen Gegebenheiten des Ausstellungsortes kunstbunker.

Sergey Bratkov wurde 1960 in Charkov (Ukraine) geboren. Sein Werdegang und seine künstlerische Entwicklung wurden deutlich geprägt von den politischen und gesellschaftlichen Veränderungen in Osteuropa. Erst in den letzten Jahren wurde Bratkovs Ouevre durch Teilnahme an international renommierten Gruppenausstellungen, darunter auch die Biennalen von Sao Paolo (2002) und Venedig (2003), dazu der Manifesta 5 im portugisischen San Sebastian (2004) einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Der Künstler hat ausserdem weltweit in einer Reihe von Institutionen und Galerien Einzelausstellungen eingerichtet. Um so mehr freut es uns, Sergey Bratkov in einer so umfassenden und speziellen Weise im kunstbunker präsentieren zu können. Sergey Bratkov lebt und arbeitet heute in Moskau.

Eine der zentralen Grundlagen in Bratkovs Werk bildet schon seit seiner Charkover (Studien-)Zeit der sogenannte Dokumentarismus, eine künstlerische Praxis, die von Literaten und Künstlern im Untergrund betrieben wurde. Heute lotet Bratkov vor allem im Medium der Fotografie aber auch mittels Video und in verschiedenen Installationsformen die Differenz zwischen dem Dokumentarischen und der (künstlerischen) Inszenierung aus. Der Zusammenhang von Wirklichkeit und ihrer Konstruktion steht immer wieder im Mittelpunkt der komplexen Werkgruppen des Künstlers.
Diese können etwa die Form der Reportage zitieren oder als poetisch analytische Bilderzählungen konzipiert sein. Er selbst kommentiert dazu: “Das Benehmen eines Fotografen ist immer fragwürdig. Entweder inszeniert er und betrügt, weil Fotografie immer Anspruch auf Objektivität erhebt, oder er beobachtet heimlich und wird dadurch zum Voyeur.” Damit steht aber auch der Standort eines jeden Betrachters wieder und wieder zur Disposition.

Kuratiert von Ekaterina-Shapiro Obermair und Wolfgang Obermair.

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