Anke Dyes, Lisa Holzer, Malene List Thomsen, Stefanie Pretnar / Lange Nacht der künstlerischen Forschung / 19.6.-25.7.2021

Die Lange Nacht der künstlerischen Forschung dauerte circa von April 2020 bis heute Abend. Sie dauert noch oder sie fängt gerade erst an: Eigentlich beginnt sie am 19.06. und endet am 25.07.2021. Herzlich willkommen!

Ich hatte die Ausstellung „Die Stadt der künstlerischen Forschung“ nennen wollen, aber dieser Titel schien in Nürnberg (der Stadt der Menschenrechte im übrigen) auf eine andere Art problematisch als er es sein sollte. Ich habe daher davon Abstand genommen. Denn mir ging es nicht um den Bunker oder die Geschichte der Stadt Nürnberg und den Skandal, der es vielleicht ist, diese nicht pausenlos auch zu benennen und auszustellen, sondern um die immer wieder auch als solche beschriebenen fragmentierten Öffentlichkeiten, die das Internet und der Schritt von den Massen- zu den sozialen Medien mit sich bringt. Eine Frage, die sich im heute Abend endlich endenden Jahr 2020 zunehmend dringender stellte, war auch, was aus der Stadt wird, oder eben aus jener Art von Struktur, in der es Kunsträume gibt, wenn aus hygienischen Gründen die Physiopolitik der Germ-Pods dem „Sich vor Kunst Treffen“ vorzuziehen ist. Corona als Medium der Medien machte sichtbar, was sonst weniger sichtbar auch passiert: Das, was wir hier machen gehört zu einer Anatomie, die dabei ist, sich aufzulösen. Was nicht nur schlecht sein muss.

Malene List Thomsen (Berlin) zeigt eine Serie von Zeichnungen und Objekten, die für diesen Ort neu entstanden sind. Das Motiv einer Kerze ebenso wie bestimmte Formen der Umnutzung von Alltagsobjekten werden dabei auf ihre Skalierbarkeit hin überprüft.

Stefanie Pretnar (Frankfurt/Main) hat auch eine Arbeit für den Kunstbunker entwickelt. Diese bezieht sich auf einen – allerdings schon vor einigen Jahren abgeschlossenen – Architekturwettbewerb, der dazu aufforderte eine neue Nutzung für das französische Schloss Chambord vorzuschlagen. Der seit seinem Bau im 16. Jahrhundert kaum nutzbare, d.h. nicht wirklich bewohnbare Repräsentationsbau an der Loire wird in Pretnars Entwurf Aufführungsort für die experimentelle Musik von Maryanne Amacher.

Lisa Holzer (Wien/Berlin) zeigt sechs Fotografien aus verschiedenen Serien, bei denen unter anderem Essen als abstraktes Bildelement zugleich den Körper als auch das Abjekte in die Abstraktion einschreiben, um Logiken des Begehrens zu umreißen.

Mein Beitrag zur Ausstellung ist das Magazin Future Laws against Fat Shaming. Es umfasst zehn Interviews und Gespräche zu Themen wie Body Positivity, CGI, Coming-out, Passivität, Überwachung und der Hexenhammerzeit des Internet.
Das Magazin ist kostenfrei im Kunstbunker erhältlich.
Die Autor:innen des Magazins wurden zudem in Zusammenarbeit mit den Zuckerbäckern von Amemal Candy Sculpture (Hideaki und Chieko Idetsuki) in Form von Lollies portraitiert.

Die Pandemie, der durch sie nötige Abstand zueinander und dessen Auswirkungen auf Ausstellungen aller Art sind ein Zusammenhang, den sich so wohl niemand ausgedacht hätte und mit dem es dennoch umzugehen gilt. Er bildet die aktuelle Kulisse, vor der sich Freund:innen langsam finden und Feind:innen schnell.

Anke Dyes

 

Der Einlass ist ausschliesslich Mit Maske möglich. Die Besucher*Innenzahl ist beschränkt. Bitte beachten Sie auch Im Eingangsbereich die Abstandsregeln. Informieren SIe sich gegenebenfalls vor Ihrem Besuch über die jeweils geltenden Regelungen zur Corona Pandemie.

Top