VARIATION 2.35.3 / ALPHAVILLE   

Raum 1

Mit VARIATION 2.35.3 von Patrick Franke wird eine Serie von Klanginstallationen fortgeführt, die einen Ort durch den Eingriff in ihn thematisieren. Mittels einer 2,35 Minuten langen Komposition oder Collage wird die bespielte Architektur mit nicht eigenem Klang angereichert. Über vier, in den Räumen verteilte Mikrophone, wird der Raum stetig abgehört. Akustische Ereignisse, geformt durch die Architektur, werden aufgezeichnet und laufen in einer zentralen Einheit zusammen. Durch die Eigenschaften der Apparatur und des Programms weiter moduliert, wird der Klang wieder ausgegeben. Als Medien dazu dienen, wie schon bei den Initialklängen, Glasscheiben als Resonanzflächen, bestückt mit einem Signalgeber. Die Intervalle dieser Vorgänge sind in einer Komposition festgelegt - Teil dieser Ereignispunkte sind Zufallsoperationen. Dem Raum werden minimale Geräusche hinzugefügt, als eine Art Kommentar oder temporäres Gedächtnis. Durch die stetigen Wiederholungen der Prozesse wird eine schwankende aber immer präsente Atmosphäre erzeugt.

Raum 2

ALPHAVILLE ist eine Installation mit Chris Markers Fotoroman "La Jetée"(1962), einer dunklen Geschichte, besessen von Erinnerungen, die sich irgendwo in der Zukunft abspielt. Mit Bildern aus der Vergangenheit wird die Zukunft gezeigt: Passagierflugzeuge, das zerstörte Paris, ausgestopfte Tiere...
Fünf Videomonitore auf getarnten Podesten vor, von der Decke hängenden Fahnen, deren Farbigkeit den Schwarzweißfilm unterschiedlich tönt. Die Grenze zwischen den “Videoskulpturen” und Besuchern wird vage. Diese können sich körperlich und innerhalb Markers Film bewegen. Ein Raum des kunstbunkers gefüllt mit zirkulärer Zeit, der Ursache und Wirkung in die Schwebe bringt.

31.05.2008 - 07.06.08